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3 Kommunikationsregeln, die Ihre Beziehung verbessern

3 Kommunikationsregeln, die Ihre Beziehung verbessern

Wenn Paare nach Ihren Zielen für eine Paartherapie befragt werden, ist eine der häufigsten Antworten, dass eine Verbesserung der Kommunikation angestrebt wird.
Doch was ist damit eigentlich gemeint? Die meisten Paare haben das Empfinden, dass sie bei guter und entspannter Stimmung gut miteinander reden können. Kommt es jedoch zu Meinungsverschiedenheiten oder zu Irritationen, wird die Kommunikation häufig als schleicht empfunden und endet im Streit, der als belastend und wenig konstruktiv beschrieben wird. Bei näherer Betrachtung gehen die Ansichten, was ein konstruktiver Streit eigentlich ist, recht weit auseinander. Für die einen ist damit gemeint, das möglichst schnell Lösungen und Kompromisse gefunden werden. Für die anderen bedeutet eine konstruktive Auseinandersetzung in erster Linie gegenseitiges Verständnis und Empathie.

In einer Paarbeziehung suchen Menschen, auf mehr oder weniger bewusster oder unbewusster Ebene, nach Anerkennung der Persönlichkeit, Interesse, Verständnis, Loyalität und Unterstützung. Kommt es aber zu Konflikten, werden genau diese Bedürfnisse verbal, manchmal beabsichtigt, manchmal unbeabsichtigt, verletzt.

Letztendlich hat Kommunikation tatsächlich eine große Bedeutung in der Beziehung. Doch wir alle sind in punkto Kommunikation recht unterschiedlich geprägt und es fällt mitunter sehr schwer, eingefahrene Wege zu verlassen. Es kann hilfreich sein, sich über bestimmte Botschaften, die beim Partner, der Partnerin, ankommen, bewusst zu werden:

  1. Verständnis statt Problemlösung

Ob es um Themen geht, die etwas mit der Beziehung zu tun haben, oder um Themen, die außerhalb davon angesiedelt sind: Eine schnelles Problemlösungsangebot führt oft zu Konflikten. Derjenige, der gerade beschreiben möchte, was schwierig oder belastend empfunden wird, braucht meist eine Rückmeldung, dass das Problem vom Partner, der Partnerin, überhaupt verstanden wird. Kommt aber eine schnelle Problemlösung, entsteht oft das Gefühl, mit dem Problem abgewehrt und nicht wahrgenommen zu werden. Bleibt aber Raum für ein Gespräch,  gibt es eher Nachfragen als schnelle Antworten ist der Weg für eine Problemlösung eher frei.

  1. Anerkennung statt Kritik

Da es ein Grundbedürfnis an eine Beziehung ist, angenommen und anerkannt zu werden, ist Kritik tatsächlich ein Beziehungskiller. Gemeint ist hier die Kritik an der Persönlichkeit, an charakterlichen Eigenschaften. Aussagen im Konflikt, die eine negative Beschreibung des Charakters beinhalten, geben die klare Botschaft: So, wie du bist, kann ich dich nicht anerkennen. Paare, die sich mit  Kritik an der Persönlichkeit zurückhalten, haben eher das Basisgefühl vom Partner, von der Partnerin wirklich gemocht und angenommen zu werden. Dieses Grundgefühl trägt sehr dazu bei, dass viele Konflikte das bleiben, was sie oft nur sind: Meinungsverschiedenheiten.

  1. Zuhören statt verteidigen

Es scheint das Wesen eines jeden Streits zu sein: Angriff und Verteidigung. Wenn man in diesem Muster ist, scheint es kein Entkommen zu geben, auf jede Verteidigung folgt ein neuer Angriff und umgekehrt. Bei Paaren, diese Art von Streitkultur entwickelt haben, sehen oft keine Möglichkeit, dem zu entkommen. Spricht der eine, sammelt der andere schon Gegenargumente zur Verteidigung. Ein wirkliches Zuhören findet nicht mehr statt, die Botschaft, die man sich gegenseitig gibt, lautet: Es interessiert mich nicht, was dich bewegt. Eine zuhörende und nachfragende Haltung zeigt im Gegensatz dazu eine Interesse an der Partnerin, dem Partner, aber auch ein wirkliches Interesse an einer Konfliktlösung.

Sie sind an einer Paartherapie interessiert?

 

Sie erreichen mich Montag bis Freitag in der Zeit von 10.00 – 19.00 Uhr unter der Telefonnummer 030 / 31 51 95 86. Wenn der Anrufbeantworter geschaltet ist, rufe ich in der Regel innerhalb von 90 Minuten zurück. Sie können mir auch eine E-Mail mit Ihren Terminwünschen senden.

Termine sind auch in den Abendstunden sowie samstags möglich. 

Trennungsandrohung: „Dann trenn dich doch!“

Trennungsandrohung: „Dann trenn dich doch!“

Die folgende Problematik begegnet mir in meinem Arbeitsalltag immer wieder: Ein Paar kommt zu mir in die Praxis. Beide wirken etwas verlegen und unangenehm berührt. Im Gespräch betonen sie zuerst, dass sie sich nicht trennen wollen, denn eigentlich lieben sie sich. Im Alltag können sie sich aufeinander verlassen, sie haben ähnliche Ziele und Wertvorstellungen, der Umgang ist normalerweise liebevoll.

Aber wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, löst das sehr häufig einen heftigen Streit aus. Der Streit wird von beiden als eher ausweglos empfunden, eine Klärung ist oft nicht in Sicht. Gefühle von Verletzung und Kränkung nehmen Überhand und in der entstehenden Wut kommt es mal von der einen, mal von der anderen Seite zu der Aufforderung, dass der andere sich doch jetzt endlich mal trennen sollte.

Warum wirklich mit der Trennung gedroht wird

Wie kommt es dazu? Viele Paare verhandeln weit entfernt von dem eigentlichen Streitthema die gesamte Beziehung. Ursache und Wirkung stehen in einem krassen Missverhältnis, der Anlass des Streits ist oft eher nichtig als gravierend – tatsächlich können sich manche Paare gar nicht mehr erinnern, um was es eigentlich ging.

Die Aufforderung zur Trennung soll eigentlich ein Bekenntnis des Partners zur Beziehung herauslocken: Nein, ich möchte mich nicht trennen, ich liebe dich doch! Nur funktioniert das ganz bestimmt nicht. Eher finden sich Paare dann in einen quälenden Gespräch über mögliche Trennungsszenarien wieder als in einer Beilegung ihres Streits. Statt sich gegenseitig mit Beziehungsabsagen in Wut und Panik zu versetzen, können auch Sie und Ihr Partner sich im Falle eines Streitgesprächs an die nachstehenden Leitmotive halten:

  • Häufige Trennungsandrohungen zersetzen eine Beziehung. Spielen Sie Ihrem Partner nicht den Ball „Trennung“ zu. Es entsteht dadurch keine Nähe, sondern Distanz.
  • Wenn Sie durch einen Streit emotional so verunsichert sind, dass Sie an der Zuneigung des Partners zweifeln, sprechen Sie über ihre Gefühle – nicht über die des Partners.
  • Benutzen Sie den Begriff Trennung nicht inflationär, sondern verantwortungsvoll. Tatsächliche Trennungsgespräche sind wohl überlegt und entstehen nicht aus der Wut heraus.

Paare, die sich im Streit keine Beziehungsabsagen an den Kopf werfen, empfinden ihre Beziehung als stabiler und vertrauensvoller. Trauen Sie sich, auch im Streit zu Ihrer Beziehung zu stehen.