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Endlich ist sie da, die schönste Zeit im Jahr: die Urlaubszeit! Doch ein gemeinsamer Urlaub birgt für viele Paare ein erstaunlich großes Konfliktpotenzial. Plötzlich ertappt man sich dabei, dass man Streitereien initiier. Und das, obwohl man sich eigentlich seit Langem auf die Zeit zusammen gefreut hat.

Das rührt daher, dass man im Alltag zum einen normalerweise viele Stunden getrennt verbringt und zum anderen oftmals zu gestresst ist, um gründlich über das Leben und die Beziehung zu reflektieren. Wenn man diese Anspannung im Urlaub dann endlich loslassen kann, liegt der Fokus wieder vermehrt auf dem Partner. Man beginnt, ähnlich wie in der Phase des ersten Kennenlernens, Verhaltensweisen des Partners zu beobachten und auf sich zu beziehen. So treten im Urlaub häufig ungeklärte und vielleicht sogar nur unbewusst wahrgenommene Konflikte zu Tage.

Verlassen der gemeinsamen Erlebniswelt

Eine oft vorkommende Reaktion auf diese kritische Beobachtung des Partners ist die innere Festigung des eigenen Standpunkts. Man macht sich bewusst: Ich lehne ab, wie mein Partner sich in dieser Situation verhält. Sein Verhalten ist für mich befremdlich. – Diese Erkenntnis ist aus zweierlei Gründen schmerzhaft: Zum einen, weil man damit die gemeinsame Erlebniswelt verlässt, in der man sich sonst aufgehoben fühlt. Und zum anderen, weil man im Alltag daran gewöhnt ist, der Einschätzungskraft und Handlungsweise des Partner zu vertrauen und sich auf ihn zu verlassen. Gerade für Paare mit Kindern ist es unerlässlich, dass jeder seinen Teil zur Aufrechterhaltung des Familienbetriebs zuverlässig übernimmt. Die Kontrolle des Bereichs, den der andere übernommen hat, ist dann nicht nur vertrauensschädigend, sondern schlichtweg (zeitlich) unmöglich.

Den Urlaub trotzdem genießen

Statt den Urlaub mit Sticheleien und verletzenden Bemerkungen zu verderben, ist es immer ratsam, das Gespräch zu suchen und offen über seine Eindrücke zu sprechen. Zwar sind Ich-Botschaften wichtig, um das Verständnis des Partners zu erlangen. Doch noch wirksamer kann der Versuch sein, sich trotz des Konflikts gemeinsam an das zu erinnern, was als Paar im Alltag gut gelingt. Das verhindert ein grundsätzliches Infragestellen der Beziehung. Zudem stellt es die Basis wieder her, von der bei der Beseitigung des Konfliktes ausgegangen werden kann.